Selbststabilisierung bei Zweirädern

Eines der besten Eigenschaften unserer Motorräder ist, dass sie, sobald sie etwas Geschwindigkeit haben, die Richtung selbstständig halten, also eine selbststabilisierende Funktion besitzen. Das kennt jeder von uns und es gibt zum Teil beeindruckende Videos im Netz, bei denen Fahrer bei einem Manöver vom Motorrad fallen und das Motorrad danach sich ohne Fahrer wieder aufrichtet und geradeaus weiterfährt.

In der Vergangenheit hatte man geglaubt, dass diese Selbststabilisation ausschliesslich auf den sogenannten Kreiselkräften beruht. In den vergangenen Trainingswochenenden dieses Jahres mit Clement Duval («AntiPiloteDeLigneDroite» bei Youtube) haben wir anschaulich erfahren können, dass dies so nicht korrekt ist. Neben den Kreiselkräften, die von der Geschwindigkeit abhängig sind, bestehen bei Zweirädern aufgrund der Geometrie der Vorderradgabel, deren Aufhängung, der Verbindung zum Vorderrad sowie der Massenverteilung weitere Kräfte, die für den Hauptteil des Stabilisierungseffektes verantwortlich sind. Diese stabilisieren auch bei langsamer Geschwindigkeit das Motorrad und können vom Fahrer recht einfach genutzt werden, um ein Umfallen des Motorrads bei langsameren Turns zu verhindern.

Da sich diese Kräfte über die Rotation der Lenkstange manifestieren, gilt jedoch für den Fahrer, diese Rotation nicht zu blockieren, also den Lenker einlenken lassen. Speziell ein Gegendrücken (Countersteering) würde die natürlich Rotation verhindern oder zumindest verringern und damit die Wahrscheinlichkeit eines Falls erhöhen.

Wer sich mehr für die Grundlagen dieser Selbststabilisation interessiert, kann dies einfach erklärt in diesem Bericht oder diesen Video bzw. diesem Video finden. Für die Physiker unter uns gibt es hier noch eine wissenschaftliche Abhandlung dazu.

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